Presseerklärung Balkon.Solar e.V. – 2.April 2022

Lärmschutzwände sind senkrechte Strukturen von mehreren Metern Höhe und von oftmals vielen 100 Metern Länge. Sie stehen im Regelfall in Nachbarschaft zu Siedlungsgebieten. In vielen Fällen eignen sie sich zur Erzeugung von elektrischem Strom aus Photovoltaik. Hierzu können Photovoltaik-Module nachträglich an den Wänden angebracht oder direkt darin integriert werden – ohne Konflikte um neue Flächen für die Photovoltaik!.

Allein in Baden-Württemberg gibt es an Autobahnen, Bundes- und Landesstraßen über 1.350 Lärmschutzwände. Sie erstrecken sich über insgesamt 240 km Strecke und weisen eine Fläche von rund 1,3 Mio. m² auf. Weitere Fläche kommt an Bahnstrecken hinzu; hier wie an Straßen wird die Errichtung von weiteren Lärmschutzwänden weitere nutzbare Fläche schaffen.

Mit nur 15 % der oben genannten 1,3 Mio. m² könnten im Jahr 30 Gigawattstunden Strom in BW erzeugt werden. Dies entspricht dem Strombedarf von 10.000 Haushalten! Die Idee, Lärmschutzwände zur Stromerzeugung zu nutzen, ist nicht neu. Aber es geht in Deutschland nicht voran

Wir unterstützen Ideen mehr Aufmerksamkeit auf die Kombination von Lärmschutzwand und Photovoltaik zu lenken und wesentliche Akteure zusammenzubringen. Das zögerliche Handeln auf Bahnebene und auf Ebene der Straßenverwaltungen muss ein Ende haben, daher:

  • Neue Lärmschutzwände an Bahngleisen und Straßen sind, wo geeignet, obligatorisch mit Photovoltaik auszurüsten.
  • Es sind, sofern noch zu klären, innerhalb kürzester Zeit die regulatorischen Voraussetzungen zu schaffen, um bestehende Lärmschutzwände mit Photovoltaik nachzurüsten und neue Lärmschutzwände mit Photovoltaik auszustatten.
  • Hierzu ist auch zu ermitteln, wie viel Gesamtfläche für Photovoltaik an Lärmschutzwänden jeweils an Bahngleisen, Autobahnen, Bundes- und Landstraßen geeignet ist.
  • Das Förderwesen für den Sektor regenerative Energien war in der Vergangenheit eher ein Hindernis, es ist ebenfalls zeitgemäß anzupassen.
  • Die zuständigen Stellen können selbst als Bauherren und Betreiber tätig werden. Ansonsten sollten sie bereits jetzt die zu erwartenden Investitionsmöglichkeiten offensiv bewerben

Sebastian Müller, Hannes Fugmann – Balkon.Solar e.V.
Kontakt: Sebastian Müller, sm@balkon.solar

Der Verein Balkon.Solar fördert u.A. durch Veranstaltungen und Beratungen den Einsatz von erneuerbaren Energien, insbesondere der Solarenergie und sogenannter Balkon-Photovoltaik Anlagen und macht Vorschläge zur Verbesserung der regulatorischen und politischen Rahmenbedingungen, die zum vermehrten Einsatz von Photovoltaik und damit zu umweltgerechterem Handeln führen.

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